In Anlagen und Industrie verwendete Stoffe müssen stets ordnungsgemäß auf ihre potentielle Wassergefährdung geprüft werden. Dies dient in erster Linie dem Schutz der Umwelt, insbesondere der Seen, Flüsse und Meere sowie deren Bewohner wie Fischen oder Vögeln. Anlagen und Betriebe, in denen mit wassergefährdenden Stoffen hantiert wird, müssen demzufolge so konstruiert und betrieben werden, dass eine Verunreinigung oder nachhaltige, negative Veränderung der Gewässer ausgeschlossen werden kann.

 

Wassergefährdende Stoffe

 

Laut Definition des Wasserhaushaltsgesetzes, dem WHG, gelten sowohl feste und flüssige, als auch gasförmige Stoffe als wassergefährdend, wenn sie dazu in der Lage sind, dauerhafte oder nicht unerhebliche Schäden an der Beschaffenheit des Wassers anzurichten. Der Begriff Stoff beinhaltet dabei auch Gemische, die sich als potentiell wassergefährdend herausgestellt haben. Weiterhin gelten auch Stoffe, die innerhalb der Grundwasserverordnung aufgeführt sind, als wassergefährdend. Insbesondere in Wasserschutzgebieten ist allein das Durchfahren von Fahrzeugen, welche solcherlei Stoffe transportieren, in den meisten Fällen verboten und durch ein entsprechendes Schild gekennzeichnet. Damit soll eine Verschmutzung von Gewässern und Grundwasserbereits im Vorfeld umfangreich vorgebeugt werden.

 

Einstufung nach Wassergefährdungsklassen

 

Alle wassergefährdenden Stoffe werden grundsätzlich in drei verschiedene Wassergefährdungsklassen, kurz WKG, eingeteilt, welche innerhalb der Verwaltungsvorschrift der WHG, der VwVwS, geregelt sind. Dies dient dem Zweck, einen Maßstab für die individuelle Gefährlichkeit der Stoffe zu setzen und somit einem falschen Umgang mit diesen vorzubeugen.

 

Die Stoffe müssen folglich zuvor gründlich auf ihre möglicherweise gefährdenden Eigenschaften untersucht werden. Die Einstufung erfolgt dabei in verschiedenen Klassen - WKG 1, WKG 2 und WKG 3 sowie in nicht wassergefährdende Stoffe, kurz nwg. Zur WKG 1 zählen alle Stoffe, die sich nur als gering wassergefährdend herausgestellt haben, WKG 2 umfasst dagegen die wassergefährdenden Stoffe, die als durchschnittlich wassergefährdend eingestuft wurden. Stark wassergefährdende Stoffe, welche bei einer nicht sachgemäßen Verwendung eine starke Bedrohung für die Umwelt und ihre Gewässer darstellen, gehören infolge dessen der WKG 3 an.

 

Einen großen Nutzen hinsichtlich der Einstufung von wassergefährdenden Stoffen bietet die Online-Datenbank "Rigoletto" des Umweltbundesamtes. Auch die Datenbank „GESTIS“ vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hilft mit umfangreichen Informationen weiter. Die GESTIS-Stoffdatenbank steht für Smartphones und Tablets sogar in einer mobilen Version oder als App zur Verfügung.

 

Mögliche Folgen eines ordnungswidrigen Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen

 

Grundsätzlich können von wassergefährdenden Stoffen und Stoffgemischen enorme Gefahren für das Grund- und Trinkwasser sowie für die Umwelt und deren Oberflächengewässer ausgehen. Erfolgt eine Verschmutzung des Grundwassers, könnte dies beispielsweise schnell dazu führen, dass der Bevölkerung das Trinkwasser und somit das wichtigste Lebensmittel überhaupt ausgeht. Betroffen ist aber damit nicht nur der Mensch, sondern auch nahezu die komplette Tier- und Pflanzenwelt. Kommt es dazu, dass ein wassergefährdender Stoff den Boden einschließlich des Grundwassers verunreinigt, geht dies somit meist mit erheblichen Sanierungskosten einher. Umso wichtiger ist es, einen sachgemäßen, verantwortungsbewussten Umgang mit solcherlei Stoffen dauerhaft zu pflegen.

 

Bildquelle: ©iStock.com/rechitansorin



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