Wenn die Hände eines Mitarbeiters wie auf dem oben gezeigten Bild aussehen, ist einiges schiefgelaufen. Natürlich gehen wir davon aus, dass Ihr Personal umsichtig mit den Gefahrstoffen umgeht und entsprechend die vorgeschriebene Schutzkleidung trägt. Trotzdem kann es bei der Arbeit mit Gefahrstoffen schnell zu Unfällen kommen. Vor allem Säuren sind bei der Arbeit enorm gefährlich und müssen entsprechend umsichtig behandelt werden. Aber auch ein Unfall mit brennbaren Flüssigkeiten kann Folgen für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter haben. Wichtig ist in jedem Fall niemals alleine mit den Gefahrstoffen zu hantieren, sondern immer eine in der entsprechenden Rettungstechnik ausgebildete Fachkraft zur Seite stehen zu haben. In Kombination mit den entsprechenden Medikamenten beziehungsweise Notfall-Sets kann schnell bei einem Unfall mit Gefahrstoffen reagiert werden.

 

Die ersten Minuten sind entscheidend (Säureunfall)

 

Grundsätzlich ist vor allem eine schnelle Reaktion bei einem Säureunfall entscheidend. Denn die ersten paar Minuten nach einem Unfall entscheiden häufig über dessen Gefährlichkeit und dessen Folgen. Grundsätzlich kann man einen solchen Säureunfall in drei Kategorien unterteilen.  

 

Einmal eine Verätzung der Haut, was vor allem bei großen Mengen ätzender Flüssigkeit zu einem Problem werden kann. Dann ein Unfall, bei dem Säure ins Auge gelangen kann und das Verschlucken von Säure. Jeder dieser Unfälle kann mehr oder minder zu einer starken Gefährdung der Gesundheit führen und muss entsprechend ernst genommen werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass sich der Ersthelfer bei einem Säureunfall stets selber absichert und sich selbst nicht in Gefahr begibt.

 

Die wichtigsten Hilfsmittel bei einem Säureunfall

 

Wenn in einem Betrieb die entsprechenden Gefahrstoffe eingesetzt werden, sollten auch die passenden Notfall-Sets vorhanden sein. So sollten immer vorhanden sein: Medizinkohle - Pulver, Auxiloson (R) -Spray, Chibro-Kerakain Augentropfen und eine Augenspülflasche.  

 

Mit dieser Grundausstattung lassen sich die meisten Gefahren bei einem Säureunfall vermeiden, so dass mit der entsprechenden Geschwindigkeit auf die verschiedenen Unfälle reagiert werden kann.  

 

Die richtige Reaktion bei einem Säureunfall

 

Zunächst einmal sollte das Unfallopfer aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Bei Verätzungen der Haut muss diese möglichst gründlich mit klarem Wasser gespült werden. Eventuell betroffene und ebenfalls durchtränke Kleidungsstücke sollten möglichst vorsichtig entfernt werden. Für ein reaktionsschnelles Handeln nach einem Unfall mit Chemikalien empfiehlt sich der Einsatz einer Notdusche. Hiermit kann der Körper von der Kontamination befreit werden. Außerdem werden offene Verletzungen gespült und gekühlt.  

 

Auch bei Verätzungen am Auge ist eine schnelle Reaktion gefragt. Das Auge sollte mit fließendem Wasser mindestens für zehn Minuten gespült werden. Als ideale Ersthilfe-Maßnahme können Augenduschen eingesetzt werden. Mit dieser Augenbrause können betroffene Augen- und Gesichtspartien gespült und gereinigt werden. Bei starken Schmerzen im Auge sollten vor der Spülung ein bis zwei Tropfen Chibro-Kerakain Augentropfen verwendet werden. Somit wird das Auge beruhigt und der Spülvorgang kann schmerzfreier vorgenommen werden. Nach dem Spülen sollte in jedem Fall ein Augenarzt aufgesucht werden.  

 

Wer eine Säure verschluckt hat, schwebt in absoluter Lebensgefahr. Hier ist es besonders wichtig in kleinen Schlucken Wasser zu trinken, welches im Idealfall mit der Medizinkohle angereichert wurde. So lässt sich die Säure binden und verdünnen, so dass zu schlimme Effekte vermieden werden können.

 

Egal, welcher Unfall passiert ist, ein Ausrüstungsgegenstand muss in jedem Betrieb vorhanden sein: Der 1.Hilfe Kasten oder Erste-Hilfe-Koffer. Hier gibt es, neben der üblichen Standardausführungen mit DIN-Füllung, auch schon Betriebsverbandkästen mit berufsbezogenen Inhalten. In jedem Beruf gibt es unterschiedlich Gefährdungen. Dies erfordert unter Umständen auch eine entsprechende Ausrüstung mit speziellen Erste-Hilfe-Koffern. Bei der Anschaffung sollte man die Vorschriften und Empfehlungen der Berufsgenossenschaften beachte.

 

Unfall oder Havarie mit brennbaren Flüssigkeiten

Cemsorb Bindemittel für Öl und Chemikalien PROTECTOIst bei einem Unfall mit brennbaren Flüssigkeiten eine Person unmittelbar betroffen, sind sehr oft die selben Maßnahmen wie oben beschrieben betroffen. Danach gibt es zwei weitere Prioritäten. Zunächst sollte, wie bei einer Havarie mit jedem wassergefährendenden Stoff, das Eindringen in den Boden und Grundwasser verhindert werden. Dafür gibt es verschiedene Systeme wie zum Beispiel Auffangwannen, Flächenschutz oder ein Gefahrstofflager mit Rückhaltemöglichkeit.

 

Ist eine brennbare Flüssigkeit ausgelaufen, gilt es, diese schnellstmöglich aufzunehmen und eine Entzündung zu vermeiden. Hier können Bindemittel schnell und sicher eingesetzt werden. Gleichzeitig sollte man entsprechende Zündquellen (Handy, elektrische Werkzeuge etc.) entfernen oder fernhalten.

 

Ist es doch zu einer Entzündung gekommen, kann man, soweit es die Lage zulässt, den Brand mit Feuerlöschern bekämpfen. Dabei ist, neben dem Eigenschutz, die entsprechende Eignung zur Brandklasse zu beachten. Im Rahmen des betrieblichen Brandschutzes sollten die entsprechenden Löschgeräte zur Verfügung stehen.

 

Sind Personen von der Flammenwirkung betroffen worden, muss schnelle gehandelt werden. Oft sind Verbrennungen lebensbedrohlich. Welche Maßnahmen Sie sofort ergreifen können, behandeln wir in unserem Blogbeiträgen "Was tun... bei Verbrennungen?"  und Personenschutz im Brandfall

 

Merke:

Trotz hochwertiger Lagerungsmöglichkeiten für Gefahrstoffe kann es bei Unaufmerksamkeiten schnell zu Unfällen kommen. Eine regelmäßige Schulung der Mitarbeiter in den entsprechenden Bereichen der Ersten Hilfe sollte dementsprechend selbstverständlich sein.

 

Erste Hilfe bei Betriebsunfällen

 

Das wichtigste zum Schluß:

Unfallstelle sichern - Eigenschutz beachten - Erste Hilfe leisten - NOTRUF absetzen! Optimalerweise können diese Aufgaben unter den Ersthelfern aufgeteilt werden.


Bei der Durchführung der Ersten Hilfe kann das ABCD-Schema sehr hilfreich sein. Es hilft, an einem unübersichtlichen Unfallort mit einer strukturierten Handlungskette , die Ruhe zu behalten.

 

 

 

 

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Bildquelle: ©iStock/KatarzynaBialasiewicz